Es ist immer zu viel

Bei jeder Reise stehen wir vor dem gleichen Rätsel: Wie passt das alles in meinen Koffer? Auf Youtube und in den Sozialen Netzwerken sehen wir immer wieder, wie so ein Digitaler Nomade locker und leichtfüßig aus dem Flieger watschelt, mit nicht mehr als seinem klitze kleinen Rucksack auf dem Rücken. So einfach hätten wir das auch gerne. Nur wie? Techwear, was ist das?

 

Die Erleuchtung

Unser Outdoor-Hobby öffnete mir die Augen. Extrem widerstandsfähige Kleidungsstücke und Multifunktionalität. Alles ist darauf ausgelegt wenig Platz zu verbrauchen, viel auszuhalten und auch noch wenig zu wiegen.

So machen die digitalen Nomaden das also. Natürlich bekomme ich viel mehr Dinge in meinen Rucksack, wenn sie kleiner verstaut werden können. Sicher komme ich mit weniger aus, wenn es länger hält. Klar kann ich meine Sachen schnell im Hotel im Waschbecken waschen und abends wieder anziehen, wenn sie schnelltrocknend sind.

Einen Punkt haben wir aber noch übersehen: Digitale Nomaden sehen nicht aus, als wenn sie gerade von einer Tracking-Tour kommen, sondern sind immer modebewusst gekleidet. Das bringt uns dann auch endlich zum eigentlichen Thema.

Techwear

 

Was ist das?

Unter Techwear versteht man im allgemeinen hochfunktionale Kleidungsstücke, die im Optimalfall sogar mehrere Nutzen haben. Neben der Funktion geht es in dieser Sparte aber zusätzlich noch um die Ästhetik. Die Szene strebt einen modernen, technisch angehauchten Look an. Ich habe dir hier mal eine Pinnwand verlinkt, damit du dir einen groben Überblick verschaffen kannst.

https://www.youtube.com/watch?v=0OTCVJ4Bui8&t=67s

Die Großen Größen

Der aller erste Name, der bei diesem Thema fällt, ist sicherlich ACRONYM. Neben NIKE ACG gibt es aber noch viele andere, die Kleidungsstücke anbieten, die einem den Atem verschlagen lassen.

Tech ist nicht für jeden

Nicht jeder will so aussehen, als wenn er gerade aus dem letzten Science-Fiction gestolpert wäre. Ich kann dich beruhigen, die Outdoor-Szene ist mittlerweile bestens aufgestellt. Du kannst dich im Outdoor-Laden deines Vertrauens komplett einkleiden und niemand wird den Unterschied zu normaler Kleidung erkennen.

 

Die Grundausstattung

Um gegen jede Witterung gewappnet zu sein, nutzen wir das Zwiebelprinzip. Darunter versteht man das Stapeln verschiedener Kleidungsstücke, passend zur aktuellen Witterung. Dadurch haben wir keine überflüssige Kleidung dabei, die wir nur in einem Extremfall benötigen. Nicht nur bei der Anzahl, sondern auch bei der Vorbereitung auf die Jahreszeiten können wir sparen. Mit dem Zwiebelprinzip machst du zum Beispiel aus einer wärmenden Unterjacke und einer Regenjacke eine regenfeste Winterjacke. Beim Zwiebelprinzip schichtet man im Grunde ganz einfach die Kleidung:

  1. Wetterschicht – Schutz vor Regen, Wind und Kälte
  2. Isolationsschicht – Isolation, Atmungsaktivität, Sonnen- oder Insektenschutz
  3. Basisschicht – Funktionsunterwäsche

Folgende Ausstattung würde ich empfehlen:

GORE-TEX® Regenjacke

GORE-TEX® ist eine Membran, die winddicht, wasserdicht, aber wasserdampfdurchlässig und damit atmungsaktiv ist. Eine GORE-TEX® Regenjacke ist hervorragend als Wetterschicht geeignet. Sie halten so ziemlich jedem starken Regen stand und können trotzdem Platzsparen verstaut werden. Eine gute GORE-TEX® Jacke kann lange dein treuer Begleiter sein.

Daunen-/PRIMALOFT® Jacke

Als erste Wärmeschicht eignet sich eine Daunen- oder PRIMALOFT® Jacke. Im Gegensatz zu Daunen kann PRIMALOFT® auch im feuchten zustand noch wärmen. Hier entscheidet der Preis. Beide Arten von Jacke lassen sich extrem komprimieren und dadurch platzsparend verstauen.

Fleecejacke

Unsere zweite Wärmeschicht. Die Fleecejacke ist extrem atmungsaktiv und federleicht. Diese weichen, leichten Produkte wärmen prima und trocknen auch noch schnell. Fleecejacken sind der typische “abends wird’s kalt” Held. Einfach übergezogen, wie ein Hoody, sind sie unsere häufigste Wahl.

atmungsaktives Shirt

Die Basis für den Oberkörper gibt uns ein atmungsaktives T-Shirt. Zum einen sind wir für extrem heiße Orte vorbereitet und zum Anderen haben wir ein solides Unterhemd. Wer hier ganz extrem denken will, kann auf Merinowolle zurückgreifen. Merino hat die praktische Eigenschaft “keinen” Geruch aufzunehmen. Wer viel schwitzt, oder das Shirt länger tragen will, macht hiermit nichts falsch.

Cargo Hose

Neben der Gore-Tex Jacke ist die Cargo Hose der zweite Klassiker der Techwear. Durch die Taschen an den Beinen erhalten wir schnell einen technisch überlegenen Look, den man auch aus dem Militär kennt. Die Taschen sind natürlich nicht nur schön, sondern auch sehr praktisch. Eine Karte, Handy oder das Portemonnaie sind hier praktisch verstaut und verstopfen die Gesäßtaschen nicht.

atmungsaktive lange Unterhose

Ähnlich wie bei dem atmungsaktiven Shirt, können wir auch die beine ausstatten. Wird es kalt, können wir sie unter der Cargo Hose tragen. Zusätzlich kann man sie beispielsweise im Hotel als Jogginghosen-Ersatz nutzen.

Laufschuhe

Krönenden Abschluss geben Laufschuhe beziehungsweise bequeme Sneaker. Sie sind leicht, platzsparend zu verstauen und sorgen für Komfort bei langen Touren durch die Stadt. Alternativ kann man auch auf Trailrunning-Shuhe zurückgreifen. Sie haben die gleichen Vorzüge wie Laufschuhe, sind aber wegen ihrer geländefähigen Sohle auch für Outdoor-Touren geeignet.

Solltest du es auf richtige Trekking Touren absehen, solltest du dich jedoch um richtige Wanderschuhe kümmern. Wer nicht extrem trittfest unterwegs ist, kann schnell umknicken. Das ist mit mehr Gewicht auf dem Rücken sehr gefährlich.

Farbe

Wie man auch in meiner Pinnwand unschwer erkennen kann, die sicherste Farbe ist in jedem Fall schwarz. Wenn dir das zu dunkel ist, kombiniere nicht zu viele Farben miteinander, damit der Look bestehen bleibt. Grundlegend lebt ein Techwear Outfit von den Details, die durch den schwarzen Grundton hervorragend herausstechen. Neben schwarz kann man noch weiß, grau und oliv gut verwenden.

One Bag Travel

Um das ganze abzurunden, holst du dir einen so gennannten Carry-On Bag. Das ist ein Rucksack, der genau nach Flughafen-Norm abgemessen ist, und als Handgepäck durchgeht. Er umfasst ungefähr 40 Liter Volumen. Da passt alles rein, was du brauchst. Der wohl bekannteste Rucksack für Digitale Nomaden ist der Minaal 2.0. Da es diesen nun auch in schwarz gibt, passt er perfekt ins Konzept. Auch die graue Version ist natürlich nicht gerade unpassend.

Weitere alternative Marken mit coolen Carry-On Bags im Sortiment:

Neben unserer Grundausstattung packen wir jetzt noch 1-2 weitere atmungsaktive Shirts, ein wenig Unterwäsche und 1-3 Paar Socken ein. Damit sind wir bestens aufgestellt und haben jede Menge platz für unser mobiles Office, die Fotoausrüstung und alles, was wir sonst noch neben unseren Hygieneartikeln zum reisen brauchen.

How to Master

Du fragst dich jetzt sicher, wie du deine Garderobe mal eben auf diese schweine-teuren Klamotten anpassen sollst. Um die Frage zu beantworten, denkst du am besten grundlegend um. Das schöne dabei ist: Du hast es nicht nur auf Reisen einfacher, sondern generell! Über folgende Dinge habe ich persönlich nachgedacht:

„Ich muss die Winter-/Sommerkleidung wieder hoch holen.“

Genau das ist es. Hast du auch so Kisten, die im Rhythmus in den Keller getragen werden und dann beim Hochholen schon wieder „out“ sind? Schauen wir uns das Zwiebelprinzip an. Wird es kälter legen wir einfach eine Schicht drauf. Die Daunenjacke passt Tennisball groß immer in deinen Rucksack und die Regenjacke faltest du mal eben in das Sonnenbrillenfach. Dazu ein Shirt und eine Fleecejacke und du hast die meisten Wetterbedingungen abgehackt.

„Ach das kann man noch zum Arbeiten tragen.“

Warum? Dinge die so versaut sind, dass man sie nicht mehr „normal“ tragen mag nehmen wir zum Arbeiten? Ich persönlich trage lieber IMMER Sachen, die ich gerne trage. Auch hier spielt das richtige Kleidungsstück die Musik.

„Für zuhause reichts noch!“

Ja wirklich? Gerade zuhause, beim Entspannen soll es dir doch gut gehen.

„Das hatte ich gestern an, das muss in die Wäsche.“

Es gibt Klamotten, die nach kurzem Tragen sowas von stinken, wirklich dreckig sind sie aber nicht. Was soll ich also mit sowas? Weg damit! Mein Merino-Shirt kann ich im Notfall 9 Tage am Stück tragen ohne mich unwohl zu fühlen. Zugegeben ich mache das nicht im Alltag, hier geht es um Touren, aber die Option alleine zu haben ist Gold.

„Ich brauch Farbe!“

Da gehe ich mit. Man will nicht immer wie die graue Maus rum laufen, aber Farbe kann man auch durch Akzente schaffen. Vielleicht ein Tuch, Schmuck…Kleinkram eben. Denn die Königsklasse ist einfach jedes Kleidungsstück miteinander kombinieren zu können. Dann hat man kein Setup für jede Farbe des Regenbogens.

„Dafür brauche ich noch ein spezielles XY“

Es gibt mit Sicherheit eine Menge Kleidungsstücke, die nur für genau einen Zweck nützlich sind und das ist auch gut so. Aber musst du dir wirklich für jeden dieser Zwecke alles kaufen, oder kannst du dir vielleicht für ein mal Ski fahren ein Outfit leihen oder mit etwas aus deiner Sammlung überbrücken? Wirkliche Hobbys müssen natürlich ohne Kompromisse gefüttert werden. Mir geht es hier nur um Gelegenheiten.

 

Fazit

Wer weniger hat, kann sich auf Tolles konzentrieren. Wer nur Tolles hat, ist mit Sicherheit glücklicher. Wer glücklich ist, braucht nicht mehr.

Was denkst du darüber?

Ist Techwear was für dich?

Rein damit in die Kommentare!

Video @tekkujuts

Peonkun

Peonkun

Hey, Ich Bin Chris! Freelance Designer Aus Deutschland, Mit Fokus Auf UI/UX & Print Design.

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